Was lange währt, wird endlich gut Binderhaus in Rodewald eröffnet / „Beitrag zur Dorferneuerung“ Rodewald 23.05.2005. Kurz nach 16 Uhr war es am Sonntag soweit: Helmut Boldt und Timo Stelter – als ältestes und jüngstes Mitglied des Binderhaus-Vereins – durchschnitten das Band und eröffneten damit das Binderhaus in Rodewald als Kultur- und Jugendzentrum. Vorher hatten Pastor Frank-Peter Schultz von der Nienburger Kreuzkirchengemeinde und Pfarrer Hendrik Rust aus Mandelsloh in Vertretung für Rodewalds Pastor Götz Fuchs das ehemalige Arzthaus an der Dorfstraße 5 unter den Schutz und Segen Gottes gestellt und mit Osterwasser geweiht.Norbert Sommerfeld, Vorsitzender des Binderhaus-Vereins, erinnerte an den „langen Weg“, den die Interessengemeinschaft Binderhaus und später der Binderhaus-Verein gegangen sei. Er dankte besonders dem Landkreis Nienburg in Person von Kreisjugendpfleger Klaus Borck. „Mit seiner Hilfe haben viele Jugendliche aus Europa an den vier IJGD-Workcamps im Binderhaus teilgenommen. Die Jugendlichen haben den Fußboden abgesenkt, Wände abgerissen, Decken entkleidet, Putz abgeschlagen und neue Leitungen verlegt.“Professor Dr. Joachim Grube von der Nienburger Fachhochschule, der auf Bitten der Interessengemeinschaft Binderhaus im Jahr 2000 mit seinen Architektur-Studenten einen Wettbewerb zur Umgestaltung der Villa veranstaltet hatte, sagte: „Mit diesem historischen Gebäude ist ein Stück Kultur Rodewalds erhalten worden.“ Er erinnerte an Dr. Zettel, der das Haus im Jahre 1933 mit Wohn- und Praxisraum erbaut hatte. „Das Haus hatte ordentliche Fundamente, das war die Grundvoraussetzung für den Umbau. Es ist aber mehr als ein Umbau: Es ist ein Beitrag zur Dorferneuerung“, schloss der Professor und überreichte Sommerfeld symbolisch einen gebastelten Schlüssel.Rodewalds Bürgermeister Hermann Bartels überbrachte die Glückwünsche des Rates der Gemeinde und erinnerte an die kontroversen Diskussionen, die geführt worden waren. „Ich bin froh, dass die Bürger Rodewalds die Geschichte in die Hand genommen und sie zu einem großen Erfolg geführt haben. Klasse, was ihr geleistet habt.“ Auch SPD-Landtagsabgeordneter Michael Albers überbrachte Glückwünsche: „Ihr habt die Stichworte Kultur und Jugend mit Leben gefüllt.“ CDU-Landtagsabgeordneter und stellvertretender Landrat Jan Ahlers überbrachte die Glückwünsche des Landkreises: „Es ist eine gelungene Sache. Toll, dass hier das Ehrenamt noch groß geschrieben wird.“Nach Bekanntgabe, dass das ehemals vom praktizierenden Arzt Binder – daher auch der Name Binderhaus – genutzte Massivbauhaus abgerissen werden sollte, regte sich unter den Bürgern Rodewalds Widerstand. Ein vom Gemeinderat veranstalteter Informationsabend zeigte damals, dass großes Interesse in der Bevölkerung bestand, das Haus zu erhalten. Schließlich schlossen sich Handwerker und Interessierte zusammen, um eine rentable Nutzungsmöglichkeit für das Binderhaus zu schaffen – und auch ohne die leeren Kassen der Gemeinde zu belasten, ist aus dem Arzthaus an der Hauptstraße ein kleines Schmuckstück geworden.In den hellen Räumen dokumentierten Fotos auf Stellwänden den Ablauf der Bauaktivitäten. Die zur Eröffnung gekommenen Gäste hatten zudem die Möglichkeit, an einem Schnupperkursus Yoga teilzunehmen – so wurde gleichzeitig eine der vielen Möglichkeiten der künftigen Nutzung des Hauses vorgestellt. Eine weitere ist eine Bilderausstellung mit ausschließlich kostbaren Originalen, die während eines Malkurses gefertigt wurden. Für die musikalische Umrahmung zeichnete das Trio Milonga aus Hannover verantwortlich.
Binderhaus   Rodewald  e.V.
Kultur- und Jugendzentrum